Lerntherapie - ein neues Berufsbild entsteht

Den Lernprozessen unserer Kinder und Jugendlichen wird heute mehr Aufmerksamkeit gewidmet, als noch vor Jahren.
In dem Maße, in dem Lernschwierigkeiten deutlicher wahr genommen werden, entsteht Bedarf nach kompetenter Hilfe. Er wird sich während der nächsten Jahre noch deutlich erhöhen. Vor allem zur Behandlung von Rechenstörungen fehlen ausgebildete Lerntherapeut/innen.

Zielgruppen für lerntherapeutische Hilfen sind Menschen mit Legasthenie, Dyskalkulie, Motivationsproblemen oder Störungen der Aufmerksamkeitssteuerung (ADHS). Lerntherapeuten arbeiten mit Kindern, Jugendlichen, deren Eltern oder auch mit betroffenen Erwachsenen, z.B. in der Alphabetisierung.
Neue Aufgabengebiete eröffnen sich z.T. auch in der Frühförderung, in der Arbeit mit hochbegabten Kindern oder in der Einbindung von Lerntherapie in die Ganztagsschulen.

Lerntherapeutische Tätigkeit umfasst die Diagnostik von Lernstrukturen, Erstellen von Therapieplänen und Durchführen von Förderung einschließlich begleitender Beratung der Eltern und Lehrkräfte. 
Neben dem Vermitteln von Wissen, Kompetenzen und erfolgreichem Lernverhalten steht die Stabilisierung der Persönlichkeit im Mittelpunkt.

Berufsgruppen, die sich lerntherapeutisch weiterbilden sind u.a. Dipl.-Psycholog/inn/en, Erzieher/innen, Sozial- und Heilpädagogen, Ergotherapeuten, Logopäden und Lehrer/innen.

Die fundierte Weiterbildung zur/m Lerntherapeutin/en umfasst den Erwerb therapeutischer, beraterischer und methodischer Kompetenzen sowie pädagogischen, psychologischen und medizinischen Fachwissens. Die Lerntherapeutin vermittelt dem Kind neue positive Lernerfahrungen, um Vermeidungsverhalten unnötig zu machen und das Vertrauen des Klienten in seine Fähigkeiten zu stärken. Es gilt immer auch Eltern zu stärken und zu entlasten, mit ihnen gemeinsam festgefahrene Lernsituationen zu analysieren, Anstöße zu einer Entspannung zu geben und deren Umsetzung zu begleiten. Da mit Lernstörungen oftmals auch Störungen der Aufmerksamkeitssteuerung oder der Sensomotorik einhergehen, sind auch in diesen Bereichen fundierte Kenntnisse notwendig.

Ausgebildete Lerntherapeut/inn/en setzten ihre erworbenen Kompetenzen um 
in eigenverantwortlicher freiberuflicher Tätigkeit oder als Mitarbeiter/in in einer lerntherapeutischen Praxis. Sie leiten institutionelle Förderangebote in Schule, Hort, Klinik oder Frühförderung oder setzen ihre Kompetenzen innerhalb ihres bisherigen Arbeitskontextes um, z.B. als Heilpädagogin.

Eine kompakte und umfassende Einführung in die formalen und inhaltlichen Aspekte der professionell ausgeübten Lerntherapie bietet unser Einführungsseminar.

Zur persönlichen beruflichen Orientierung beraten wir Sie gerne auch telefonisch unter 07231-290895.